EXPOsenio 2026:
Alles prima und sehr viel Publikum
Die sechste Seniorenmesse kann erneut mit Rekordzahlen aufwarten: 88 Aussteller, 4'200 Besucher. Und: ein geradezu riesiges Interesse an den Referaten zum Thema «rundum vital». Der bekannte Philosoph Dr. Ludwig Hasler umriss das Thema so: «Mit 65 ähnlich gut drauf sein wie mit 18 – das Alter, eine Phase unerhörter Freiheit.»

Regierungsrat Jean-Pierre Gallati brachte es in seiner Eröffnungsrede auf den Punkt: Im Aargau leben aktuell 140'000 Senioren, 2055 sollen es dereinst 233'000 sein. An Aufgaben für Kanton und Gemeinden und die Gesellschaft mangelt es also nicht. Anderseits sind die Senioren eine wirtschaftlich relevante Zielgruppe: Sie geben mehr aus und bleiben länger fit. Das Gefühl, alt zu sein, hat sich in den letzten 25 Jahren von 69 auf 80 Jahre verschoben. Das Alter ist so gesehen eine Chance sowohl für die Senioren als auch für die Gesellschaft. «Die EXPOsenio liegt mit ihrem Konzept also genau richtig», so Gallati.
Und Stadtammann Markus Schneider gab einen Ueberblick über die altersgerichteten Leistungen und Konzepte der Stadt Baden und betonte den Wert ehrenamtlicher Mitwirkung. Die EXPOsenio sei ein Musterbeispiel für ehrenamtliche Tätigkeit zugunsten des gesellschaftlichen Zusammenhaltes.
«rundum vital» – starkes Interesse
Der Auftakt war furios. Nach den Klängen der «Bandella di Baden» und einer kabarettistischen Einlage mit «Strohmann und Kauz» waren die Ränge dicht an dicht mit Besuchenden gefüllt. Erstmals auf 2 Stockwerken wurden die Organisatoren mit einem markanten Besucheraufmarsch für das Risiko belohnt. Rund 4’200 Besuchende (plus 15 %) und die Rekordzahl von 88 Ausstellenden (plus 15) füllten die Trafohallen. Im Vergleich mit der Messe 2024 waren vor allem Anbieter von Dienstleistungen im Bereich Spitex, Pflege sowie die Immobilienbranche stark vertreten.
Robi «Pepper» zog viele in seinen Bann
Star der Ausstellung war «Pepper», ein humanoider, sozialer Roboter, der viele Gespräche mit Passanten führte. Zukunft? Ja sicher. In den Niederlanden sind ähnliche «Robis» bereits im Einsatz. Gut gefragt waren ebenfalls digitale Hilfestellungen: Die RVBW zeigte auf, dass digitales Reisen keine Hexerei ist. Und zwei Lernende der BBB Baden gaben Tipps und Kniffe für den Smartphone-Umgang. Das Interesse war enorm. Ein schönes Bild für gemeinsame Problemlösung zwischen den Generationen.
Im Alter mehr vom Leben haben - enormes Interesse für 11 Referate
Starken Zulauf verzeichneten die Referate zum Sonderthema «rund vital». Es ist ein Dauerthema: Wie bleiben wir mit zunehmendem Alter physisch, mental und psychisch fit, um die Herausforderungen im dritten Lebensabschnitt zu meistern? Wer im Alter fit ist und dafür etwas investiert, hat mehr vom Leben. In einem Referatszyklus mit Fachärzten des Kantonsspitals Baden standen die Hinweise im Zentrum, wie wir – von der Schulter bis zu den Füssen – Bewegung und Mobilität fördern können.
Stellvertretend für alle diese teilweise sehr vergnüglichen Ausführungen stehen diese Ausführungen von Dr. Ludwig Hasler, Philosoph und Physiker: «Noch kürzlich nahm die Kurve des Alterns nur eine Richtung – abwärts: schrumpfen, serbeln, sterben. Heute zeichnen Glücksforscher unsere Lebenskurve in U-Form: Mit 65 seien wir ähnlich gut drauf wie mit 18. Frei von Erwerbsdruck, bei Kräften, unternehmungslustig, erlebnishungrig. Gilt für immer mehr Pensionierte: Das Alter, eine Phase unerhörter Freiheit.»
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